Die Unverheiratete

16.05.2018 20:00 Uhr

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©Jörg Landsberg

Schauspiel von Ewald Palmetshofer, 19.30 Uhr Einführung

Wie geben sich Schuld und Verantwortung über Generationen durch Schweigen und Verdrängung weiter? Dieser Frage geht Regisseurin Nina Mattenklotz in ihrer aktuellen Produktion am Theater Bremen nach. "Die Unverheiratete" von Ewald Palmetshofer ist ihre zweite Inszenierung eines zeitgenössischen Dramatikers für das Kleine Haus. Annemaaike Bakker, Karin Enzler, Gina Haller, Irene Kleinschmidt, Iris Minich, Gabriele Möller-Lukasz und Stephanie Schadeweg bilden – ergänzt von drei jungen Akteurinnen – das Ensemble für die sich über drei Generationen erzählende Geschichte. Eine wahre Begebenheit: Im April 1945 wird ein Soldat wenige Tage vor Kriegsende als Deserteur hingerichtet. Einige Monate später, nach dem Ende der Nazi-Diktatur, wird die Frau, die ihn angezeigt hatte, der Denunziation für schuldig befunden und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Ewald Palmetshofer verknüpft die historischen Fakten in seinem 2015 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichneten Drama "Die Unverheiratete" mit der Gegenwart und erzählt von der alt gewordenen Täterin, ihrer Tochter und ihrer Enkelin als zeitgenössischem Elektra-Stoff. Im Krankenhaus, in das "die Alte" nach einem Sturz eingeliefert wurde, überlagern sich in ihrem Bewusstsein Vergangenheit und Gegenwart, dringt lange Jahre Verdrängtes wieder an die Oberfläche. Die altgewordene Täterin erkennt ihre Schuld bis heute nicht an, beruft sich darauf, sich seinerzeit gesetzeskonform verhalten und nicht gewusst zu haben, dass ihr Handeln die Exekution des Soldaten nach sich ziehen würde.

Die Schuldfrage sei sehr vielschichtig, meint Meike Schmitz, die die Produktion als Dramaturgin betreut und zum ersten Mal am Theater Bremen arbeitet. Es gehe um die Frage, wie die Tat das Leben von drei Generationen beeinflusse und ein Netz aus Verdrängung, Liebe und Hass auslege, in dem die Protagonistinnen verfangen seien.

Foto: Jörg Landsberg

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